KW 14: Farbberatung, neue Schuhe und Broadchurch

Diese Woche erfuhr ich, welcher Farbtyp ich bin, fungierte als Handmodel und entdeckte Let’s Plays für mich.

Highlight

Der Dienstag war super duper, denn wir ließen die Arbeit ein bisschen Arbeit sein und haben uns von einer Image-, Farb- und Knigge-Beraterin erklären lassen, wie wir unsere Kompetenzen noch besser präsentieren können. Dabei kam raus, dass ich ein „dunkler Sommer-Typ“ bin, was bedeutet, dass Farben wie Dunkelblau, dunkles Magenta und Petrol mehr für mich tun als andere und ich bei Schminke darauf achten sollte, eher zu kühlen Farben zu greifen. Das bedeutet zwar nicht, dass ich nun mein Lieblingsrouge und meine liebsten Lippenstifte wegschmeiße, wohl aber, dass ich demnächst mal schaue, ob Dunkelblau und ich uns vielleicht doch anfreunden.
DADO-Nachtisch

Direkt im Anschluss daran ging’s für uns zu einem Kunden aus dem Gastronomie-Bereich, um Fotos für die Social-Media-Kanäle, die wir betreuen, zu machen. Weil es Verschwendung wäre, das ganze höchst fotogene Essen im Anschluss wegzuschmeißen und es außerdem auf Fotos immer netter aussieht, wenn im Hintergrund ein paar Menschlein rumstehen, nutzten wir die Gunst der Stunde für einen Agenturausflug.
Zu Essen gab’s super gutes Thunfisch-Tartar und als Nachtisch drei Schokoladenvariationen. Besonders das Weiße-Schokoladeneis (ganz rechts) war so so so gut. SOOOO GUT.

New in

Nachdem ich schon lange den Wunsch nach neuen Sneakern hegte, zogen kürzlich dunkelrote Vans bei mir ein.
neue schuhe

Gesehen

Nachdem wir „The Killing“ komplett zu Ende gesehen hatten (10 von 13) und bevor wir „Broadchurch“ anfingen (10 von 12 bisher), war uns nach einer leichten Komödie für zwischendurch. Unsere Wahl fiel auf „Our Idiot Brother„. War ganz nett, gute Besetzung und schmunzeln konnte ich auch ein bisschen. 10 von 13!

Für nebenbei habe ich Let’s Plays für mich entdeckt. Gerade schaue ich Marcel und Cecilia von rrradiovision dabei zu, wie sie „Life is strange“ spielen.

Eine neue Tradition zu Ostern: Books Bunny

Bücher machen mich glücklich. Egal ob neu oder gebraucht, Taschenbuch oder Hardcover, selbst gekauft oder geschenkt bekommen. Letzteres passiert allerdings eher selten. Weil’s da dem Freund sehr ähnlich geht, haben wir dieses Jahr beschlossen, das mit einer neuen Ostertradition zu ändern – geboren war Books Bunny. Der Gedanke dahinter: Statt Schokolade oder anderen Süßigkeiten überreichen wir uns zu Ostern jeweils ein Buch, von dem wir denken, dass es dem anderen gefallen könnte. Tabu sind lediglich Bücher von der Amazon-Wunschliste, weil das zu einfach wäre. Ein bisschen mehr Herzblut darf schon noch drinstecken!

lesehase

Und das sind sie also, die Bücher, die uns Books Bunny brachte: „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ von Gavin Extence für ihn und „84, Charing Cross Road“ von Helene Hanff für mich. Wir sind beide sehr zufrieden. <3

Warum es ausgerechnet diese beiden Bücher wurden? Verraten wir euch!

Von mir für ihn

alex_woods

Meine Recherche-Taktik war ganz einfach: Ich guckte mir ein Buch aus, von dem ich wusste, das es dem Freund sehr gut gefallen hatte („Mandels Büro“ von Berni Mayer), und schaute ganz schnöde durch die Amazon-„Wer-das-gelesen-hat,-würde-auch-gerne-das-lesen“-Empfehlungen durch. In die engere Auswahl kamen spannende Titel und schöne Buchcover (das Auge liest mit!). Für „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ entschied ich mich, weil es inhaltlich gut in eine Kategorie mit Büchern wie „Everything Is Illuminated“ von Jonathan Safran Foer und  „The Curious Incident of the Dog in the Night-Time“ von Mark Haddon zu passen scheint, die der Freund beide las und mochte. Dass es bis heute noch nicht als Taschenbuch erschienen ist, machte mich zwar stutzig, schreckte mich aber nicht genug ab, um mein Bauchgefühl stumm zu schalten. Bestellt habe ich es schlussendlich in der Buchhandlung um die Ecke.

Von ihm für mich

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Wenn man ein Buch verschenkt und genau weiß, dass die Beschenkte Bücher liebt, dann ist es nur folgerichtig, dass auch das Buch selbst diese Liebe zur Literatur ausstrahlt. Bei meiner Suche nach einem passenden Geschenk bin ich über Umwege genau auf ein solches Buch gestoßen. Die formale Form eines (echten) Briefwechsels mag vielleicht auf den ersten Blick abschrecken, doch schon die erste Seite verrät, dass in 84, Charing Cross Road jedes Wort genau dort steht, wo es hingehört.

<3

Gelesen im Februar

Ende März – der perfekte Zeitpunkt, um über die Bücher, die ich im Februar gelesen habe, zu schreiben. Oder? ODER?

„Us“ von David Nicholls

Als seine Frau ihm eines Nachts offenbart, dass sie unzufrieden ist und sich von ihm trennen will, fällt Douglas aus allen Wolken. Doch vor dieser angekündigten Trennung steht die letzte gemeinsame Reise als Familie – und zwar quer durch Europa. Douglas beschließt, bei diesem Trip alles anders zu machen, die Beziehung zu seinem Sohn zu verbessern und seine Ehe zu retten. Doch was bleibt, ist das Gefühl, dass er seinen Sohn nie so ganz verstehen wird, und die Erkenntnis, dass man Gefühle eben nicht steuern kann. „Us“ ist kein Roman darüber, dass Liebe alle Schwierigkeit überwinden kann, wenn man nur fest dran glaubt. Vielmehr beschreibt Nicholls das Ende einer Ehe, die zwar eine, aber nicht die große Liebe war. Und dass das eben auch okay ist.

Wer ein Herz für Liebesgeschichten hat, die sich Gefühlen jenseits des Superlativs widmen, sollte sich „Us“ definitiv anschauen. Für Fans von „500 Days of Summer“ keine schlechte Idee.

Lesemonat Februar

„Wachstumsschmerz“ von Sarah Kuttner

Luise und Flo sind Anfang Mitte 30 und lieben sich schon einige Zeit. Warum also nicht zusammenziehen? Das ist es doch, was alle tun, was die Gesellschaft vorgibt, quasi verlangt. Oder? Eben. Also machen sie den Sack zu und beschließen, ihre erste gemeinsame Wohnung zu beziehen. Das klappt auch mehr oder weniger gut, doch irgendwas fühlt sich falsch an. So als würden sie dieses Erwachsenenleben voller Verantwortung und Balkonbepflanzung nur spielen. Zumindest ergeht es Luise so, bis es unerträglich wird und sie Flo bittet, ihr etwas Abstand zu geben. Um mit sich selbst erstmal klarzukommen, herauszufinden was sie will und was sie nur denkt, wollen zu müssen.

Kuttner steckt mit „Wachstumsschmerz“ ihren ab-en Finger in die Wunde und drückt so richtig schön drin rum. Fühlt sich so Erwachsensein an? Muss das wirklich so? Will ich das überhaupt? Ein wichtiges Buch für die, die erwachsen oder es vielleicht irgendwann mal planen.

Mit ihrem zweiten Roman bleibt Kuttner ihrer Linie treu und erzählt erneut die Geschichte einer jungen Frau, die nicht so recht weiß, wie ihr geschieht. Im Gegensatz zu „Mängelexemplar“, das sprachlich auch schon den einen oder andere Kracher parat hielt, übertrifft sich Kuttner in „Wachstumsschmerz“ noch mal selbst. Der Roman strotzt vor toller Sätze und grandioser Metaphern, die Gefühle nicht nur beschreiben, sondern auch in Greifbares verwandeln. Hätte ich alle Lieblingsstellen mit einem Marker angestrichen, wäre mein Exemplar jetzt sehr, sehr bunt.

Meinen deutschsprachigen Lieblingsautor Michel Birbæk (der ja leider keine Romane mehr schreibt) stößt Kuttner vielleicht nicht unbedingt vom Thron – gesellt sich aber auf alle Fälle zu ihm.

„Mängelexemplar“ von Sarah Kuttner

Karo ist unglücklich. Ihr Traumjob in einer Eventagentur ist futsch und die Beziehung zu ihrem Freund ist irgendwie auch nicht ganz das Wahre. Als aus dem mittelmäßigen der Ex-Freund wird, verwandelt sich ihre Traurigkeit in ein hässliches Monster, das sie nicht mehr in Ruhe lässt und sie ängstigt. Sie beschließt, sich Hilfe zu holen: bei ihrem guten Freund Nelson, ihrer Mutter und einem Psychiaterin. Gemeinsam mit ihrer Task Force kämpft sie sich Stück für Stück wieder in ihre Wohnung und ihr Leben und erkennt, dass um Hilfe zu bitten kein Zeichen für Schwäche, sondern für Einsicht ist.

Weil Kuttners Erstlingswerk „Mängelexemplar“ das zweite Buch ist, das ich von ihr gelesen habe, muss es sich dem vielleicht unfairen Vergleich mit „Wachstumsschmerz“ stellen. Gerade bei der direkten Gegenüberstellung fühlt es sich an, als hätte sich Kuttner in „Mängelexemplar“ sprachlich noch auf dem Weg zu sich selbst und ihrem besonderen Erzählstil befunden, den sie in „Wachstumsschmerz“ dann vollends auslebt.

Nichtsdestotrotz ist „Mängelexemplar“ ein gelungener Roman über Gefühle und Ängste, die jeder in der einen oder anderen Variante schon einmal erlebt hat – ein Buch zum Verstandenfühlen.