Gelesen im Juni

Oder auch: Wie ich in einem Monat 3392 Seiten One-Direction-Fanfiction wegballerte

Was für ein Monat. WAS FÜR EIN MONAT. Irgendwie (und, ey, ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, wo das Unheil genau seinen Anfang nahm!) landete ich in einem Strudel aus One-Direction-Fanfiction, besser bekannt als die After-Reihe von Anna Todd. Lange habe ich überlegt, ob ich mir hier überhaupt die Blöße gebe, und offen und ehrlich zu dem stehe, was ich letzten Monat lesetechnisch verzapft habe, aber dann dachte ich: „Ach, fuck it. Machste einfach mal.“ Also, mach ich einfach mal. (Aber wir schwören alle, dass mein Papa niemals erfährt, was für nen Bullshit ich lese, ne?)

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Wie konnte das passieren? Die Chronik eines angekündigten Fiaskos

Nein, ich bin kein One-Direction-Fan. Ich kenne kein einziges Lied der fünf Jungs (vielleicht sind’s auch vier oder sechs?), Harry Styles ist mir nur als Ex von Taylor Swift ein Begriff. Auch der Hype um die berüchtigte 50-Shades-of-Grey-Reihe ging damals spurlos an mir vorbei. Wie kann es also sein, dass ausgerechnet After von Anna Todd mein Bücheregal – und, scheiße ja, auch das Herz! – im Sturm eroberte?

Schuld ist Mona Kasten. Ganz ehrlich.

Mona ist Autorin und erzählt auf ihrem YouTube-Kanal regelmäßig von Büchern, die sie liest. Auch wenn ich ihren Büchergeschmack (eigentlich) so gar nicht teile, fesselt mich die Leidenschaft, mit der sie über Bücher spricht, so sehr, dass ich mir jedes Video von ihr gebe. Vor einige Monaten fing sie plötzlich wie verrückt an, One Direction zu fangirlen. Ja, DIE One Direction. Schuld war (Na, wer errät’s?) die After-Reihe von Anna Todd, die sie zu diesem Zeitpunkt vermutlich las. (Detektiv Dominique am Start.) Von da an erzählte sie in regelmäßigen Abstände (in ihren jeweiligen Lesemonat-Videos) von den einzelnen Bänden. Das in Kombination mit der schier erschlagenden Überpräsenz der auffälligen Buchcover in nahezu jeder verdammten Buchhandlung führte zu einem fatalen Schluss: Die muss ich auch lesen. Das war vor ein paar Monaten.

After in a Nutshell

Alles fing mit Band 1 an. Logisch. In After Passion lernt die konservative Tessa gleich an ihrem ersten Tag an der Uni den rebellischen Hardin kennen. Sie kann nichts dagegen machen – der unfreundlich Typ mit seinen Tattoos, Piercings und seinem britischen Akzent zieht sie von Anfang an in seinen Bann. Und das, obwohl sie doch eigentlich mit Noah, ihrer vermeintlich großen Liebe, zusammen ist. Doof gelaufen. Auch Hardin scheint sich zu dem grauen Bücherwurm hingezogen zu fühlen. Warum? Das stellt sich als phänomenaler Cliffhanger am Ende des ersten Buches heraus.

Bis dahin lässt sich Tessa von Hardin schon so einiges gefallen. Trotz unfassbarer Issues auf Hardins Seite, die ich mir als Tessa so ganz bestimmt nicht gegeben hätte, kommen die beiden in Band 2 After Truth aber wieder zusammen und das Hin und Her der beiden beginnt von Neuem. ORRRRR. Auch dieser Band endet wieder mit einem Cliffhanger, den ich hier nicht vorwegnehmen will. Nur eins: Cliffhanger kann sie, die Anna. (Und Sex-Szenen, aber dazu später mehr.)

Wie auch Band 2 setzt After Love als dritten Band der After-Reihe (fürchterlicher Name, ganz schlimm in der Buchhandlung auszusprechen) nahtlos an die Geschehnisse seiner Vorgänger an. Für Tessa heißt es, ihr Leben nochmal neu zu ordnen, um den Veränderungen gerecht zu werden. Und Hardin ist – soweit Hardin das nun mal sein kann – fast eine kleine Hilfe. Das ändert aber nichts daran, dass die Beziehung der beiden immer noch scheiße kompliziert ist, was erneut 942 Seiten voll hopp oder top nach sich zieht. Ach, Hessa. Bis es schließlich Hardin ist, dem am Ende von After Love der Boden unter den Füßen weggezogen wird …

Was machst du, wenn alles, worauf du dich verlassen hast, sich als große Lüge herausstellt? Wendest du dich den Leuten zu, die dir Sicherheit und Halt geben können (*hust* Tessa *hust*) oder läufst du, so schnell du kannst, weg? Für Hardin (Und wirklich nur für ihn!) ist die Lösung offensichtlich: Run, mate! Seine Flucht vor den Geschehnissen (und Tessa) führt dazu, dass sich das Setting für After Forever grundlegend ändert – naja, zumindest so sehr es sich bei einer ewigen Hin-und-her-Geschichte verändern kann. Tessa jedenfalls hat (endlich) die Nase voll. Zu oft brach Hardin ihr das Herz, ließ sie fallen wie eine heiße Kartoffel und würdigte sie nicht. Schluss damit! Das muss auch Hardin einsehen, der sich schnell eines bessern besinnt und fliegender Fahnen zu Tessa zurückkehren will. Natürlich wäre Hardin nicht Hardin und Tessa nicht Tessa, wenn die beiden nicht doch noch aneinander kleben würden wie zwei nasse Badeanzüge, was dazu führt, dass die (räumliche und emotionale) Trennung eher eine halbherzige Angelegenheit ist. Und fast, ja fast hätte Hardin Tessa so weit, dass sie ihn wieder ganz zurücknimmt bis … ja, bis Hardin die nächste Kugel Scheiße auspackt und ihr wieder häppchenweise serviert. Ach, Hardin, lernst du denn gar nicht aus deinen Fehlern?

Übrigens: Wenn ich mich richtig erinnere, kennen sich die beiden zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ein Jahr. Oder anders ausgedrückt: Der Erzählduktus, für den Anna Todd sich in ihrer After-Reihe entschied, ist sehr komprimiert. Es gibt sehr, sehr viel Handlung, in sehr, sehr kurzer Zeit. Jedenfalls bis zur Mitte von „After Forever“, in der wir erste kleine, später deutlich größere Zeitsprünge machen. Plötzlich vergehen Wochen, Monate und Jahre auf wenigen Seiten und es geschehen Veränderungen, die beinahe zu Schwindel führen. Steuern wir auf eine Katastrophe zu? Gibt es am Ende gar nicht das große Happy End für Tessa und Hardin, dessen wir uns von Anfang an sicher waren? Wie will Anna Todd hier bitte noch das Ruder rumreißen? (Und wir alle wissen, dass es bald geschehen muss, denn immerhin ist der fünfte und letzte Band der Reihe eher ein Recap aus Hardins Perspektive.)

Nur so viel: Sie schafft’s. Natürlich. Und zwar, indem sie noch mehr Handlung und Zeit in noch weniger Worte packt. Was echt schade ist. Nachdem wir Monate auf tausenden Seiten geliefert bekommen, gibt’s Jahrzehnte in ein paar dutzend. Ende. Autsch.

Gut, dass es da noch Before Us, den fünften und letzten Teil der After-Reihe, gibt. In diesem erzählt Anna Todd die Geschichte um Tessa und Hardin aus Hardins Perspektive. Bevor sie aber beschreibt, wie Hardin das erste Mal auf seine große Liebe trifft, lässt sie noch ein paar Geister aus seiner Vergangenheit zu Wort kommen, worauf sie von mir aus getrost hätte verzichten können. Im Gegensatz dazu fällt die Geschichte aus Hardins Sicht geradezu knapp aus. Vor allem enttäuschend ist, dass Todd mehrere, meiner Meinung nach zentralen, Momente auf Hardins und Tessas gemeinsamen Weg einfach weglässt. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: SCHADE.

Dennoch stellte Before Us zumindest für mich einen fast würdigen Abschluss der Reihe dar und versöhnte mich immerhin momenteweise wieder mit dem rasanten Ende des vierten Bandes.

(Burn) After Reading

Die After-Reihe von Anna Todd ist ein Phänomen. Und das nicht nur, weil sie es von Wattpad auf internationale Bestsellerlisten geschafft hat. Ich hasse alle Protagonisten. Wirklich alle. Ich find Hardin scheiße, Tessa dumm und alle drum herum sind mir eigentlich auch egal. Und dennoch las ich den ersten Band innerhalb von 48 Stunden. Band 2 folgte promt. Und das geht nicht nur mir so. Wer aufmerksam ist, hat bemerkt, dass auf dem Bild oben Band 2 fehlt. Der befindet sich gerade nämlich bei meiner Mitbewohnerin, die ich ebenfalls mit mir in den After-Abgrund riss. Weitere Opfer werden vermutlich folgen.

Mein Fazit also? Bei After handelt es sich um eine Geschichte voller kaputter Liebe und Egoismus. Kein Buch, von dem ich mir wünschen würde, dass es junge, beeinflussbare Mädchen lesen. Genau das passiert aber vermutlich. Die Moral von der Geschicht‘ (nämlich die, dass die eigenen Bedürfnissen vor denen eines Mannes stehen sollten.) kommt, ja. Aber zu spät. Vorher gibt’s dafür jede Menge sehr expliziten Sex. (Und zwar mehr als bei 50 Shades of Grey, wenn man der Mitbewohnerin glauben darf.) So flach Anna Todds Schreibstil (der immerhin tatsächlich von Band zu Band etwas besser wird!) auch ist, schafft sie es, die Geschichte um Tessa und Hardin so fesselnd zu gestalten, dass es unmöglich ist, nach dem ersten Band einfach aufzuhören. Nach fünf Bänden muss ich ehrlich zugeben, dass mir die Protagonisten irgendwie ans Herz gewachsen sind, sodass sich mit den letzten Seiten ein bisschen Abschiedsschmerz einstellte. Auf die Art, auf die man auch die doofen Mitschüler am aller letzten Schultag ever doch irgendwie vermisst. Ey, und ganz ehrlich? Ich freu mich auf die Filme!

Dieser Lesemonat wurde euch präsentiert von „Ganz viel um den heißen Brei herumreden, um nicht zu spoilern“. Danke!

Gelesen im Mai

Die letzten Wochen Monate waren lesetechnisch eine ziemliche Flaute. Eigentlich ist daran niemand anders außer mir selbst Schuld, aber wenn ich noch wem anders den Schwarzen Peter zuschieben dürfte, dann würde dieser garantiert bei Joanne K. Rowling und Ein plötzlicher Todesfall landen. Denn nachdem ich mich zumindest gefühlt über einen Monat mit Rowlings ersten Roman jenseits der Harry-Potter-Reihe unter ihrem echten Namen herumschlug, gab ich schlussendlich klein bei und auf und brach ab. Woran es so wirklich lag, vermag ich gar nicht genau zu sagen, denn eigentlich war die Handlung an sich echt okay und der Schreibstil gewohnt gut. Lediglich meine Erwartung, die hat nicht gepasst. Denn die schrie über all die Seiten hinweg nach Aufregung, Spannung, nach einem Komplott – der leider nicht kam. Und so fiel es mir von Mal zu Mal schwerer, abends im Bett zum Buch zu greifen, bis das Lesen einfach keinen Spaß mehr machte. Autsch.

Dem Entschluss, dem plötzlichen Todesfall ein gar nicht mal so plötzliches Ende zu bereiten, folgten drei Bücher, die ich im Monat Mai las. Welche das sind, lest ihr jetzt.

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Das Orchideenhaus von Lucinda Riley

In Das Orchideenhaus geht es um die Konzertpianistin Julia, die nach dem Unfalltod ihres Mannes und ihres kleinen Sohns in ihre Heimat flüchtet. Dort trifft sie Kit Crawford, den Erben des Anwesens, für das ihre Großeltern tätig waren, wieder. Durch ihn gelangt sie an das vermeintliche Tagebuch ihres Opas und lüftet so ein lange gehütetes Familiengeheimnis.

Ein sehr seichtes Buch mit einigen mittelmäßigen Spannungsmomenten, das für den Wiedereinstieg voll okay war.

Der Seidenspinner von Robert Galbraith

Als die Frau des verschwundenen Schriftstellers Owen Quine  Privatdetektiv Comoran Strike bittet, ihren Fall zu übernehmen, glaubt dieser zunächst, es bloß mit einem lausigen Ehemann auf der Flucht zu tun zu haben. Als Strike jedoch von Quines letztem Werk „Bombyx Mori“ (zu Deutsch „Der Seidenspinner“) erfährt, in dem er gnadenlos mit seinem Umfeld abrechnet, ahnt er, dass es um mehr geht, als Quines Frau ihn glauben lässt.

Bei Der Seidenspinner handelt es sich um den zweiten Roman aus der Domoran-Strike-Reihe, die Joanne K. Rowling unter ihrem männlichen Psyeudonym Robert Galbraith schreibt. Genau wie beim ersten Fall des mürrischen Privatdetektivs bin ich auch diesmal wieder sehr begeistert von Rowlings Performance als Krimi-Autorin. Wer einen soliden Krimi mit einem eigenbrödlerischem Detektiv und seinem bezaubernden Sidekick sucht, der wird hier fündig.

180 Grad Meer von Sarah Kuttner

Jule ist nicht glücklich. Und das aus prinzip. Vielleicht weiß sie nicht einmal, wie sich Glück überhaupt anfühlt. Geld verdient sie abends als Soul-Sängerin in einem Club – ein Beruf, den sie mit jeder Phase ihres Körpers hasst. Sie ignoriert die Anrufe ihrer Mutter, die sie ebenfalls nicht leiden kann. Nur Tim, ihren Freund, den findet sie okay. Sogar mehr als das. Und dennoch tut sie ihm weh, so ganz bewusst und in dem WIssen, dass das, was sie macht, eigentlich nicht geht. Warum, Jule? Als Tim beschließt, eine Pause zu brauchen, flüchtet Julie zu ihrem Bruder Jakob nach London und fängt dort mit einem geliehenen Hund und jeder Menge Geld, dass ihr ihr ebenfalls verhasster Vater Michael gegeben hat, ein neues Übergangsleben an. Als Jakob ihr erzählt, dass Michael ebenfalls auf der Insel wohnt und zudem noch an Krebs leidet, weiß Jule zunächst nicht, wie sie damit umgehen und sich verhalten soll. Was ist, wenn es ihr schlichtweg egal ist, was mit Michael passiert? Darf man als Kind so fühlen? Und wie soll sie bloß mit Jakob umgehen, der plötzlich ein so enges Band zu ihrem gemeinsamen Erzeuger aufgebaut hat?

180 Grad Meer ist der dritte Roman der deutschen Autorin Sarah Kuttner, die zuvor schon für etliche Zeitschriften generations- und gesellschaftskritische Kolumnen verfasst hat. Alle ihre Romane haben eine auf die eine oder andere Weise kaputte Protagonistin gemeinsam, die ihre Beziehung erst sabotieren muss, um sich selbst etwas näher zu kommen. Wie so viele andere Autoren scheint auch Kuttner ihre Nische gefunden zu haben, die sie kann und in der sie sich wohlfühlt. Und das ist auch vollkommen okay so. Sprachlich legt Kuttner von Roman zu Roman zu und weiß, die Gefühle ihrer Protagonistin einzigartig treffend zu beschreiben. Alles in allem ein grandioser Roman über Selbstfindung und das Meer, der viel zu schnell vorbei war.

Welcher Roman hat euch im Mai am meisten begeistert?

KW 14: Farbberatung, neue Schuhe und Broadchurch

Diese Woche erfuhr ich, welcher Farbtyp ich bin, fungierte als Handmodel und entdeckte Let’s Plays für mich.

Highlight

Der Dienstag war super duper, denn wir ließen die Arbeit ein bisschen Arbeit sein und haben uns von einer Image-, Farb- und Knigge-Beraterin erklären lassen, wie wir unsere Kompetenzen noch besser präsentieren können. Dabei kam raus, dass ich ein „dunkler Sommer-Typ“ bin, was bedeutet, dass Farben wie Dunkelblau, dunkles Magenta und Petrol mehr für mich tun als andere und ich bei Schminke darauf achten sollte, eher zu kühlen Farben zu greifen. Das bedeutet zwar nicht, dass ich nun mein Lieblingsrouge und meine liebsten Lippenstifte wegschmeiße, wohl aber, dass ich demnächst mal schaue, ob Dunkelblau und ich uns vielleicht doch anfreunden.
DADO-Nachtisch

Direkt im Anschluss daran ging’s für uns zu einem Kunden aus dem Gastronomie-Bereich, um Fotos für die Social-Media-Kanäle, die wir betreuen, zu machen. Weil es Verschwendung wäre, das ganze höchst fotogene Essen im Anschluss wegzuschmeißen und es außerdem auf Fotos immer netter aussieht, wenn im Hintergrund ein paar Menschlein rumstehen, nutzten wir die Gunst der Stunde für einen Agenturausflug.
Zu Essen gab’s super gutes Thunfisch-Tartar und als Nachtisch drei Schokoladenvariationen. Besonders das Weiße-Schokoladeneis (ganz rechts) war so so so gut. SOOOO GUT.

New in

Nachdem ich schon lange den Wunsch nach neuen Sneakern hegte, zogen kürzlich dunkelrote Vans bei mir ein.
neue schuhe

Gesehen

Nachdem wir „The Killing“ komplett zu Ende gesehen hatten (10 von 13) und bevor wir „Broadchurch“ anfingen (10 von 12 bisher), war uns nach einer leichten Komödie für zwischendurch. Unsere Wahl fiel auf „Our Idiot Brother„. War ganz nett, gute Besetzung und schmunzeln konnte ich auch ein bisschen. 10 von 13!

Für nebenbei habe ich Let’s Plays für mich entdeckt. Gerade schaue ich Marcel und Cecilia von rrradiovision dabei zu, wie sie „Life is strange“ spielen.