Was ich 2017 bisher gelesen habe

Shame on me, denn bisher gab es nicht einen einzigen Lesemonat in 2017 hier auf dem Blog. Und das, obwohl ich schon das eine oder andere Buch gelesen habe. Deshalb heißt es jetzt für euch und mich: Augen zu und durch, denn ich verrate euch, welche Bücher ich im Januar, Februar, März, April und Mai gelesen habe und wie sie mir gefallen haben.

Career of Evil von Robert Galbraith

Dass ich Career of Evil bereits im November, bevor ich eine tiefe Lesekrise sank, angefangen habe, darf ich eigentlich keinem erzählen. Woran es dann letztendlich lag, dass ich es sich dann doch so lange gezogen hat, bis ich den dritten Band der Comoran-Strike-Reihe von Robert Galbraith aka Joanne K. Rowling fertig gelesen habe, kann ich gar nicht so genau sagen.

Diesmal ist der Detektiv selbst Dreh- und Angelpunkt der Ermittlungen. Denn nachdem seiner Mitarbeiterin Robin ein abgetrenntes Bein per Kurier geliefert wird, steht fest, dass dies eine Anspielung auf Comoran ist, der vor Jahren im Kriegseinsatz ein Bein verloren hat.

Auch persönlich macht Robin eine starke Entwicklung durch und verwandelt sich (auch in Comorans Augen) von der grauen Maus zur Frau, die weiß, was sie will. Hoffentlich gibt das in den weiteren Bänden keine unangenehme Turtelei, denn das entspannte Verhältnis zwischen dem Detektiv und seiner Assistentin war bisher immer ein großer Pluspunkt der Bücher. 10/12

Trust Again von Mona Kasten

Der zweite Teil der Again-Reine der deutschen Autorin (Studentin und YouTuberin) Mona Kasten weiß es durchaus mit Band eins aufzunehmen. Diesmal geht es um die quirlige Dawn, die ein düsteres Geheimnis mit sich trägt, das es ihr zunächst unmöglich macht, sich wieder auf die Liebe einzulassen. Doch davon lässt sich Spencer nicht abschrecken und er setzt alles daran, sie von sich zu überzeugen.

Genau wie Begin Again ist auch Trust Again ein sehr unterhaltsamer New-Adult-Roman, der mit Wortwitz, tollen Formulierungen und prickelnden Herzschmerzmomenten überzeugt. Die Liebesgeschichte von Dawn und Spencer steht der von Allie und Kaden in keinster Weise nach, sondern schafft es auf ihre ganz eigene Art zu fesseln. 10/11,5

Abenteuer Landschaftsfotografie von Benjamin Jaworskyj

Seit Mitte letzten Jahres habe ich beschlossen, fotografieren können zu wollen. Seitdem habe ich mir bereits eine kleine, aber feine Equipmentecke aufgebaut – bloß die total verhunsten Farbeinstellungen meines PCs (an denen man wirklich nichts ändern kann, ehrlich!) machen mir einen Strich durch die Rechnung. Im Gegensatz zur Elektronik ist mein Umfeld allerdings sehr unterstützend, was mein neues Hobby angeht. Von meiner Mama gab’s zu Weihnachten deshalb Abenteuer Landschaftsfotografie von Fotograf und YouTuber Ben Jaworskyj. Schon vorher habe ich mir gerne seine Videos zu allem möglichen rund um Iso, Blende und Co. angeguckt und auch das Buch war eine tolle Hilfe, mehr über die Funktionen, Möglichkeiten und den Einsatz meiner Kamera zu erfahren. Ein unterhalsames und lehrreiches Buch, das mir große Lust auf Landschaftsfotografie gemacht hat und dafür gesorgt hat, dass meine Amazon-Wunschliste enorm gewachsen ist. 10/13

Headhunter von Jo Nesbø

Headhunter war der erste Roman, den ich dieses Jahr und überhaupt von Jo Nesbø (angeregt durch meinen Vater, der ebenfalls dieses Jahr auf den Geschmack gekommen ist) las. In dem Thriller, der unabhängig von anderen Nesbøs funktioniert und keinen wiederkehrenden Komissar beinhaltet, geht es um den Headhunter Roger, der ein gewaltiges Ego-Problem hat. Denn seine vermeintlich fehlende Körpergröße versucht er unter anderem mit einer ätzenden Persönlichkeit und einem zweifelhaften Hobby wettzumachen – denn er klaut wertvolle Kunstobjekte seiner ahnungslosen Klienten. Als er dabei eines Tages an den Falschen gerät, beginnt ein Albtraum, der ihn nicht nur seinen Job, sondern auch sein Leben, wie er es bisher kannte, kosten könnte.

Wie man sieht, hat mich Headhunter nicht davon abgeschreckt, weitere Nesbøs zu lesen. Der Roman war okay spannend, okay geschrieben und hatte eine okaye Handlung. Alles in allem ein voll okayes Buch für zwischendurch. 10/15

Der Fledermausmann von Jo Nesbø

Weiter ging es mit Der Fledermausmann, dem Start der Harry-Hole-Serie. Der etwas kaputte Harry, eigentlich norwegischer Polizist mit so semi-vorhandenen Ambitionen, wird für einen Fall nach Australien gerufen, wo er den Tod einer Norwegerin ermitteln soll. Trotz einiger Steine, die ihm in den Weg gelegt werden, und der Ablenkung durch die Liebe, findet Harry nach und nach immer mehr Puzzleteile, die ihm des Rätsels Lösung immer näher bringen.

Harry Hole und seine Art zu ermitteln haben durchaus etwas, das zum Weiterlesen animiert. Guter Fall mit spannender Wendung, die man so nicht unbedingt kommen sieht. Ein bisschen Herzschmerz bereitete mir Harrys Schicksal, das wohl die Weichen für kommende Krimis aus der Reihe stellen soll. 10/14

Kakerlaken von Jo Nesbø

In Kakerlaken, dem zweiten Teil der Harry-Hole-Reihe, kehrt der Leser zu einem Detektiv zurück, der den Glauben an die Menschheit und seine Arbeit verloren hat. Entsprechend groß ist seine Lust, für einen Fall nach Thailand zu reisen, um den Mord an einem norgweischen Diplomaten aufzuklären. Die Ermitlungen stellen sich als schwierig heraus, was nicht nur an Harrys mangelender Motivation, sondern auch an kulturellen und zwischenmenschlichen Missverständnissen liegt. Mit dem Wissen um den früheren Harry fällt es schwer, dem Buch böse zu sein – für den grummeligen Ermittler, die seltsamen Verstrickungen und die düstere Athmosphäre. Dennoch muss ich ehrlich zugeben: Ich weiß nicht, ob ich die Reihe weiterlesen würde, wenn ich mich Harry durch den ersten Teil nicht so verbunden fühlen würde. Cleverer Schachzug, Herr Nesbø! 10/15

Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann

Lange stand’s auf meiner Wunschliste, seit meinem Geburtstag ist es mein: Sophia, der Tod und ich, der Debütroman des Tomte-Frontmanns Thees Uhlmann. In dem Buch geht es um den Tod des Ich-Erzählers. Also wortwörtlich. Denn als der eines Tages vor der Tür steht und mitten beim Akt gestört wird, hat der Romanheld ihn erst einmal an der Backe. Als kurze Zeit später dann auch noch Ex-Freundin Sophia auftaucht und dank übernatürlicher Regeln auch erst einmal nicht mehr weg darf, machen sich die drei gemeinsam auf die Reise: zu verpatzten Chancen, verlorenen Söhnen und Mutti. Dass dabei die eine oder andere essentielle Frage nach dem Tod, dem Leben und dem Sinn von beidem, ist fast selbstverständlich. Dabei versucht sich Uhlmann an einem tiefgreifenden und philosophischen Etwas, das den Humor dennoch nicht aus dem Auge verliert. Ob er dabei scheitert? Nicht so richtig. Aber so richtig super, macht er es auch nicht. Vor allem die ständigen wörtlichen Dialoge empfand ich als sehr anstregend und unschön. Dennoch war es eine Erfahrung: Ich bereue nichts! 10/13

Das Nebelhaus von Eric Berg

Was ist vor 15 Jahren in der „Blutnacht von Hiddensee“ auf der winzigen Insel passiert? Das versucht Doro, ihres Zeichens mittelglückliche Journalistin, im Auftrag einer Tageszeitung herauszufinden. Eigentlich hatte die Berlinerin nur vor, sich durch den Aktenberg zu kämpfen, ein zwei Augenzeugen-Interviews zu führen und die Sache dann zu einem eleganten Ende zu bringen. Wie sie schlussendlich mit einem der Überlebenden selbst auf der Insel landen konnte, weiß sie selbst nicht so ganz. Während Eric Berg in Das Nebelhaus zum einen die Geschichte von Doro, einer Journalistin, die endlich wieder zu etwas mehr Lebensfreunde findet, nachverfolgt, erzählt er andererseits kapitelweise, was auf der Insel wirklich geschah. Und das macht er richtig, richtig gut. Immer abwechselnd erzählt er sehr anschaulich (man könnte beinahe kinematografisch sagen) die Geschichte von vier Uni-Freunden, die sich aus den Augen verloren haben und Jahrzehnte später zu einem Wochenende auf der Insel wiedertreffen. Schnell wird klar: Sowohl die Sympathie als auch die Dymanik von früher sind verloren – oder gab es sie überhaupt nie? Bei Das Nebelhaus handelt es sich kurzum um einen sehr spannenden, außergewöhnlichen deutschen Krimi, der es weiß, mit Erwartungen zu spielen und zu überraschen. 10/11

Feel Again von Mona Kasten

Feel Again ist der letzte Band der Again-Reihe von Mona Kasten. In ihm geht es um Sawyer (Dawns Mitbewohnerin, die man schon aus Begin Again und Trust Again kennt), die für ein Studienprojekt versucht, dem nerdigen Isaac Grant ein Makeover zu verpassen. Es kommt, wie es kommen musste: Schnell merkt die grummelige Studentin, dass es ihr doch gar nicht so recht ist, wenn Isaac in ihrem Auftrag mit Frauen flirtet.

Mit Feel Again findet die Reihe einen würdigen Abschluss, der nochmal eine so ganz andere Liebesgeschichte erzählt als es die ersten beiden taten. Zwar erfindet Kasten das Rad keinesfalls neu, schafft es aber, die Romanze zweier Heranwachsender in einem charmanten Gewand gekonnt zu erzählen. Ich hoffe, das war nicht der letzte New-Adult-Roman, den es von ihr zu lesen gibt! 10/12

Das Küstengrab von Eric Berg

Nachdem ich von Das Nebelhaus so begeistert war, musste es natürlich fast sofort mit dem nächsten Berg weitergehen. In Das Küstengrab geht es diesmal nach Poel, wo Lea versucht, herauszufinden, was vor drei Monaten passiert ist. Denn seit einem Autounfall, bei dem ihre Schwester Sabine ums Leben kam, fehlen der Fotografin jegliche Erinnerungen an die Tage vor dem Unfall. Daher weiß sie weder, wie sie auf die Insel, die sie vor 25 Jahren verlassen hatte, gekommen war, noch, was sie dort wollte. Das Küstengrab kommt keineswegs an Das Nebelhaus heran, sondern verfehlt seine Brillanz um Kilometer. Vor allem der sehr anstrengende Sprachstil, der für meinen Geschmack viel zu gekünstelt und bemüht wirkt, lenkt stark von der Story ab, die zwar nicht phänomenal, aber immerhin okay ist. Schadeschokolade! 10/25

Uff, geschafft! Verratet mir doch: Welches Buch war bisher euer Highlight 2017?

Merken

Merken

Merken

1 Comment

Leave A Reply

Navigate