Das flow-Magazin

Ich bin kein Fan von Kurzgeschichten. War ich nie und werde ich wohl auch nie werden.
Ich hab’s mit welchen von Bernhard Schlink (Liebesfluchten) probiert, gab Jostein Gaarder (Der seltene Vogel) eine Chance und hoffte zuletzt, dass mein Lieblingsautor Éric-Emmanuel Schmitt (Die Träumerin von Ostende) mein Verhältnis zu dieser literarischen Gattung kitten würde. Aber es blieb dabei, Kurzgeschichten und ich, wir wurden partout keine Freunde.

Dennoch möchte ich hin und wieder etwas Kürzeres lesen, etwas, das ich innerhalb einer halben oder ganzen Stunde durchgelesen habe. In solchen Momenten, wenn ich zwischendurch in der Bahn oder abends im Bett gerne etwas lesen möchte, das ich danach mental ad acta legen kann, greife ich zu einer Zeitschrift. Das tolle an Zeitschriften ist ja, dass es für jeden Geschmack die passende gibt: die für Grillfans, die für Hundefreunde und die für Tattoo-Liebhaber … Und dennoch klebe ich für gewöhnlich immer an denselben drei Titeln und probiere viel zu selten mal was Neues aus. Das soll sich ändern!

Bereits im August 2013 las ich auf dem Blog ohmarylane von der Zeitschrift flow. Damals stellte Leni die niederländische Version des Feel-Good-Magazins vor. Seit November 2013, nachdem Gruner + Jahr das Konzept für Deutschland lizenzierte, erscheint die flow nun auch regelmäßig in deutsch.

Die Optik

“Das sieht aus, als hätte man Pinterest ausgedruckt” war die erste Reaktion einer Freundin, der ich die Zeitschrift zeigte. (Übrigens dieselbe, die sich nach der Bucket List um meine Gesundheit sorgen machte – pfiffig ist sie!) In der Tat weiß flow schon rein äußerlich zu überzeugen. Das Cover der siebten Ausgabe, die seit Januar im Handel ist, fällt sofort auf. Statt den Inhalt selbst mit reisserischen Verheißungen zu bewerben, setzt das Magazin lediglich auf ein Zitat, das die Einstellung der Verantwortlichen andeutet.

Auch durch die Haptik unterscheidet sich die flow von anderen Zeitschriften. Statt dutzender gleichglänzender Seiten, die lediglich ab und zu durch dickeres Papier, das für Parfum wirbt, unterbrochen werden, beweist die flow durch Mut zum Anderssein. Jeder Artikel bekommt je nach Thema seine eigene Papierart, mal rau und griffig, mal seidig-glatt. Ein schönes Extra, das das Lesen noch etwas besonderer macht.

Die inneren Werte

Thematisch unterteilt sich das Magazin in vier Abschnitte: Feel Connected (“Ein Blick auf die Welt und die Menschen um uns”), Live Mindfully (“Leben im Hier und Jetzt”), Spoil Yourself (“Zeit für eine kleine Verwöhnpause”) und Simplify You Life (“Es muss gar nicht so kompliziert sein”). Besonderes Gimmick: Die Bereiche sind durch kleine  eingebaute Lesezeichen voneinander getrennt, wodurch unkompliziert zu den einzelnen Abschnitten kommt. Inhaltlich widmet sich das flow-Magazin Themen wie Selbstfindung, Nachhaltigkeit und anderen schönen Dingen des Lebens. So geht Otje van der Lelij in dem Artikel “Bin das ich?” der Frage nach, was man in seinem Leben wirklich ändern kann, um zu sich selbst zu finden. Passend dazu beschreibt der Artikel “Die Bücher meines Lebens” das Leben der Österreicherin Petra Hartlieb. Als die Literaturkritikerin eines Tages aus Versehen eine Wiener Buchhandlung kauft, ändert sich ihr Leben und das ihres Mannes. In der flow stellt sie die fünf Bücher vor, die sie besonders geprägt haben.

In jeder Ausgabe erwartet den Leser ein kleines Extra aus dem Bereich Papeterie. So bin ich nun um neun illustrierte Bücherkärtchen mit Platz für kleine Botschaften reicher, die ich dazulegen kann, wenn ich ein Buch verschenke oder verleihe. Passend zum Artikel “Handlettering” liegt außerdem ein kleines Übungsbuch bei, mit dem man die Kunst der besonderen Handschrift erlernen kann, um besondere Mantra oder Zitate noch schöner darzustellen. (Hallo, Pinterest!)

Die zahlreichen zauberhaften Illustrationen machen die flow alle Mal zu einem absoluten Hingucker und einer Quelle für Inspiration, die ich mir gern ins Regal stelle. Durch die liebevoll ausgewählten und abwechslungsreichen Themen und den teilweise sehr essayistischen Schreibstil hatte ich zeitweise das Gefühl, bei einer Tasse Tee jenseits des Internets in einem Blog zu stöbern. Ob ich mir dieses Vergnügen nun wirklich regelmäßig gönne, weiß ich dennoch nicht. Den Preis von 6,95€ sehe ich eher in der Gestaltung als im Inhalt gerechtfertigt.

» Website des flow-Magazins
» flow auf Pinterest

Was feststeht, ist, dass ich in Zukunft öfter mal einen Blick über den Tellerrand wagen werde – gerade der Griff zu einer Zeitschrift, die nicht nur privat sondern auch beruflich Relevantes bietet, reizt mich sehr.

Was ist eure liebste Frühstückslektüre?

Seid ihr regelmäßiger Leser oder gar Abonnent einer Zeitschrift? Zu welchem Magazin greift ihr, wenn ihr mal wieder zu viel Zeit am Hauptbahnhof habt? Ich freu mich auf eure Tipps.

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