Irgendwann

Eines Tages werde ich Casablanca sehen. Ganz sicher.

Heute wäre es fast soweit gewesen. In der Theorie klang alles so schön: “Mondscheinkino” nannte sich die Veranstaltung, die ein gemütliches Freitagabendprogramm versprach. Erste Risse bekam die Vorstellung, unter freiem Himmel einen der Klassiker zu sehen, die jeder mindestens einmal gesehen haben muss, beim Blick auf die Zahl der Facebook-Zusagen. Vor allem in Kombinatino mit der Anzahl der vorhandenen Sitzplätze. Wenn 6000 Menschen auf 250 Klappstühle kommen, klingt das nicht nur nach der schwierigsten Runde “Reise nach Jerusalem”, sondern macht auch etwa genauso viel Spaß. (Nämlich gar keinen.) Also ging es wieder nach Hause.

Nun sitze ich hier – alleine -, habe ganz laut den OST zu Elizabethtown laufen und sinniere über das Leben. Mein Leben, um ganz genau zu sein. Und erschrecke angesichts der Tatsache, dass ich nun auch schon wieder ein Vierteljahr in der neuen Wohnung in der neuen alten Stadt wohne. Ein Vierteljahr, in dem ich zwar persönlichkeitstechnisch einige ganz große Schritte nach vorn machte, mich dabei aber auch irgendwie keinen Millimeter voran bewegte. Ja, das geht. Irgendwie, wie gesagt. Und dann ist heute überhaupt schon wieder einer dieser Tage mit einem dieser Gespräche, die mich ratlos, wie es mit mir weitergehen soll, zurücklassen.

Es ist freitagabend, ich sitze hier, bin trunken vor Leben, Liebe und Glück und doch irgendwie unzufrieden. (Ist das schon charakteristisch für diese Gereration Y oder brauch ich noch diese Unfähigkeit zur Liebe, die noch vor kurzem in irgendnem Artikel beschrieben wurde?)

Eines Tages werde ich Casablanca gesehen habe. Und vermutlich völlig überbewertet finden. Aber hauptsache gesehen und das Leben voll ausgekostet haben. Ich werde wissen, was ich mit mir anzufangen habe und was das alles für einen Sinn hatte.
Irgendwann.

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